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7. Erlanger Vortrag zum Arbeits- und Sozialrecht mit Prof. Dr. Sebastian Kolbe

Das Grundgesetz schützt auch die geschlechtliche Identität derjenigen Menschen, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen sind. Diese Personen, so das BVerfG in seinem Beschluss vom 10. Oktober 2017, seien in ihren Rechten verletzt, weil das geltende Personenstandsrecht dazu zwinge, das Geschlecht zu registrieren, dabei aber keinen anderen positiven Geschlechtseintrag als weiblich oder männlich zulasse. Bis zum Ende des Jahres 2018 muss der Gesetzgeber Abhilfe schaffen. Dass damit (mindestens) ein „drittes Geschlecht“ rechtlich anerkannt werden muss, wirft Fragen auch für das Arbeitsrecht auf. So verbietet das AGG Benachteiligungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wegen des Geschlechts und will das Entgelttransparenzgesetz das Gebot des gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchsetzen. Weiter sichert § 15 Abs. 2 BetrVG dem Geschlecht, das in der Belegschaft in der Minderheit ist, eine anteilige Repräsentation im Betriebsrat. Auch sonst regelt das Arbeitsrecht mitunter geschlechtsspezifisch. Sebastian Kolbe fragt in seinem Vortrag, ob (und ggf. wie) solche gesetzlichen Vorgaben an die Öffnung des Geschlechtsbegriffs angepasst werden können und müssen.

10. Juli 2018, 19.00 Uhr
Sitzungssaal JDC R 0.283
Juridicum, Schillerstraße 1
91054 Erlangen

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte diesem Flyer.